Was ist der Unterschied zwischen Darr-, CM- und Kapazitiver Messung
Es gibt verschiedene Messsysteme auf dem Markt. Die gängisten und gleichzeitig auch zuverlässigsten Messmethoden sind die Darr-Messung und die CM-Messung.
Doch was ist das?
Bei der Darr-Messung wird eine Probe aus dem Boden entnommen und auf einer Feinwaage gewogen. Anschließend kommt die Probe für 24-48 Stunden in einen Darr-Ofen. Bei Zementestrich beträgt die Temperatur rund 105°C, bei Calciumsulfat/Anhydrit max. 40°C. Bei höheren Temperaturen wird das Kristallwasser ausgetrieben. Danach darf sich die Probe über einen definierten Zeitraum nur marginal verändern. Wenn dies konstant bleibt, ist die Probe trocken. Aus der Massendifferenz vor und nach der Trocknung lässt sich berechnen, wie viel Wasser – in Masse-% – ursprünglich in der Probe enthalten war.
Bei der CM-Messung geht alles etwas schneller. Es wird ebenfalls eine Probe aus dem Boden entnommen und in einen Druckbehälter gegeben in dem eine Carbid-Ampulle und 3-4 Stahlkugeln sind. Carbid reagiert ausschließlich mit dem freien Wasser; andere Bestandteile der Probe bleiben chemisch unverändert. Durch mehrfaches Schütteln über einen gewissen Zeitraum hinweg zerbricht die Ampulle und die Probe wird weiter zerkleinert. Dadurch reagiert das Carbid mit dem Wasser zu Acetylen-Gas, welches Druck in dem Behälter aufbaut, der sich über eine Skala ablesen und anschließend in Masse-% umrechnen lässt. Da bei der CM-Messung nur das freie Wasser ermittelt werden kann, spricht man hier von CM-%.
Bei der kapazitiven Messung geht man einen dritten Weg – sie misst das Wasser nicht direkt, sondern wie das Material auf ein schwaches elektrisches Signal reagiert (fachlich nennt man diese Materialeigenschaft mit der Dielektrizitätszahl). Der Sensor sendet im Inneren des Estrichs in regelmäßigen Abständen ein kleines elektrisches Signal aus und misst, wie das Material darauf antwortet. Wasser reagiert auf solche Signale rund zehnmal stärker als die festen Bestandteile Sand und Zement. Dadurch dominiert das Wasser die Messung, obwohl es im Vergleich zu den festen Anteilen nur einen kleinen Massenanteil ausmacht. Diese Eigenschaft macht man sich zunutze: Da sich Sand und Zement nach der Aushärtung praktisch nicht mehr verändern, ist Wasser der einzige Bestandteil, der sich mit der Zeit messbar bewegt. Über eine zuvor erstellte Kalibrierkurve lässt sich aus dem Messwert ableiten, wie viel Wasser noch im Material steckt – kontinuierlich und ohne dass eine Probe entnommen werden muss.